Wo der Osten und der Westen sich treffen

Wo der Osten und der Westen sich treffen

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16. März 2014. Den Wunsch nach einem eigenen Haus haben sie sich im Werratal erfüllt. „Hier fühlen wir uns richtig wohl“, sagten Birgit und Reiner Pagel, während eines Besprechungstermins mit Mitgliedern der Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser (BGW) und Bürgermeister Wilhelm Gebhard am Sonntagmittag im historischen Fachwerkhaus in der Marktstraße. Bezugsfertig ist es aber noch lange nicht. Die Gefache fehlen auf der Vorder- und Rückseite, das Haus steht in seinem bloßen Fachwerkgerüst da, es ist eine besondere Herausforderung.
Die Bürgergruppe hat dem Ehepaar aus Südhessen das Gebäude vor einem Jahr gezeigt, hat beraten, Kostenschätzungen gemacht. Im Sommer kauften die Eheleute es, dann wurde beinahe jedes Wochenende entrümpelt, Bausünden beseitigt und die Pläne für die energetische Sanierung erstellt. „Die Anträge bei der KfW zur Förderung dieser Baumaßnahme wurden ohne Rückfragen genehmigt“, erzählte Reiner Pagel, der sich bewusst ist, dass diese Immobilie keine Wertanlage mit Dividendengarantie wird. „Wir investieren hier in Lebensqualität“, sagte Birgit Pagel. Die Wahlwiesbadenerin lobte die gute Infrastruktur und den hohen Wohlfühlfaktor in der Werrastadt. Beide Eheleute haben ihre Wurzeln im Osten Deutschlands, arbeiten und wohnen aber in Südhessen, leben wollen sie jetzt dort, wo der Osten und der Westen sich treffen.
Als Besitzer einer historischen Fachwerkimmobilie, die nach einem missglückten Sanierungsversuch des Vorbesitzers viele Jahre als offene Baustelle dastand und deren Substanz schwer gelitten hat, schätzen die Bauherren den „hohen Grad an Servicebereitschaft der BGW und der Stadtverwaltung“, der den Ausschlag für die Kaufentscheidung gab.
„Das Vermarktungskonzept der Stadt greift“, sagte Bürgermeister Gebhard, der weiß, dass diese Immobilie bald verloren gewesen wäre und die Investitionen jetzt nicht nur zur rechten Zeit kommen, sondern auch im Ort und der Region bleiben. Beinahe 40 Immobilien konnten Bürgermeister und BGW bereits vermitteln, die meisten Interessenten und Käufer kommen aus dem südhessischen Ballungsraum, so Gebhard. „Dieser Trend setzt sich bei den täglichen Anfragen fort“, berichtete er. Dennoch hoffe er auf einen Investor, der Arbeitsplätze in die Region bringt. Dass es aufgrund der immer weiter ansteigenden Immobilienpreise in den Städten durchaus attraktiv sein könnte, verstärkt  wieder in ländlichen Regionen zu investieren, steht für ihn außer Frage.
Wanfried ist bereits gut aufgestellt, die BGW ein Wettbewerbsvorteil, das Fachwerk-Musterhaus ein gutes Aushängeschild. „Dieses Haus hier wird ganz nah am Beispiel Musterhaus saniert“, sagte Innenarchitekt Peter Geerk von der BGW.
Die Südhessen Pagel wurden nach einem ZDF-Fernsehbeitrag auf Wanfried aufmerksam. „Ohne die Unterstützung der Bürgergruppe und des Bürgermeisters hätten wir das Haus nicht gekauft“, sagten sie und hoffen, dass am Ende diesen Jahres Wanfried um ein Fachwerkschmuckstück und zwei Bürger reicher ist. (dw)

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