Seminar für Fachwerk-Gästeführer

Seminar für Fachwerk-Gästeführer

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25./26. Februar 2014_Fulda. „Holz ist kein Baustoff. Holz ist eine Pflanze“, mit diesen kurzen Sätzen stimmte Prof. Manfred Gerner Ende Februar die 31 Seminarteilnehmer im Block III auf ihren Seminartag der Deutschen Fachwerkstraße (DFS) in Fulda ein. Im voll besetzten Refektorium der Propstei referierte er über Holz und Verzimmerung, über die Beschaffenheit einer Pflanze, von der in Deutschland lediglich 30 Prozent als Bauholz verarbeitet werden. Die Teilnehmer kamen aus Herborn, Mosbach, Frankfurt/Main, Lauterbach, Nienburg, Blaubeuren, Limburg, Babenhausen, Homberg/Ohm, Homberg/Efze, Herrenberg, Stade, Seligenstadt, Büdingen, Melsungen, Braunfels, Besigheim, Wernigerode, Groß-Gerau, Wanfried, Königslutter und erstmals aus Sindelfingen, einer der jüngsten Mitgliederstädte der DFS.
Der Seminartag hatte ein straffes Programm, das Prof. Gerner in gekonnter Weise praxisnah und hoch interessant gestaltete. Der 74-Jährige, der Ende der 1950er-Jahre Zimmermann gelernt hatte, greift in seinen Vorträgen nicht nur auf Breitbeil, Axt oder Stichaxt aus der eigenen Familie zurück, auch mit seinen Dias, die er selbst während seiner Fachwerkreisen durch die ganze Welt oder in seiner Zeit als Denkmalpfleger in Frankfurt machte, bringt er den Gästeführern einen Teil seines Wissens näher.
„Wer die Eigenschaften des Holzes versteht, weiß wie der Fachwerkbau funktioniert“, sagte er und erläuterte den Aufbau des Baumes, die Bauholzarten, Holzschutzmaßnahmen und Schädlingsbefall. Das Verzimmern eines Hauses, wie es bereits vor Hunderten von Jahren gemacht wurde, kann Prof. Gerner mit aktuellen Fotos aus Buthan eindrucksvoll darstellen. „Im Himalaja werden die Häuser heute noch in ursprünglicher Weise gebaut“, erklärte er. Beilen und Sägen, Abbinden und Aufrichten, die Zimmererzeichen, Schnurschläge, Abbund- oder Beizeichen,  all das gab es in Bildern und einem Manuskript, das als Nachschlagewerk dem Gästeführer auch später eine große Hilfe ist. Und auch die Maßeinheiten von Finger-, Daumen- und Handbreite, über Spanne, Fuß, Elle, Schritt, Klafter und Meile waren ein Thema. Dem Fachwerk ging man an diesem Tag bis ans Mark. Von dort baut sich das Holz auf, das heute mit Deutschlands Fachwerkstädten zum Kulturgut geworden ist.
Mit dem Seminarteil IV, Schmuck und Symbolik am nächsten Tag besuchten insgesamt 35 Gästeführer diese beiden Seminare. „Ich bin total begeistert und werde die anderen vier Seminarteile auch noch absolvieren“, sagte Marion Jäckel aus Schrecksbach, die in Homberg/Efze demnächst als Gästeführerin unterwegs sein wird und auch das Fachwerk-Gästeführerdiplom entgegen nehmen möchte. Denn auch bei ihr ist der Fachwerkfunke übergesprungen. (dw)

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