Holzbau – Bauhaus und Klimaschutz

Holzbau – Bauhaus und Klimaschutz

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Veranstaltung „100 Jahre Bauhaus – Holzbau im 21. Jahrhundert“ erfuhr enormen Zuspruch
Von Diana Wetzestein

Jan Hassan

Dr. Klaus Sühl

26.11.2019_Weimar. Holzbau im 21. Jahrhundert – ein Thema, das die Menschen bewegt. Der Landesbeirat Wald und Holz Thüringen e. V. hat die Potentiale und Chancen des modernen Holzbaus in einer Veranstaltung unter diesem Titel mit dem 100-jährigen Jubiläum der berühmten Design- und Kunstschule Bauhaus in Weimar prominent kommuniziert. Nach Ankündigung waren in kürzester Zeit mehr Anmeldungen eingegangen als das Seminarhaus der Weimarhalle an Platz bieten konnte. Einer Besichtigung des Bauhaus-Museums schloss sich die Informationsveranstaltung mit namhaften Referenten und über 400 Gästen an.

„So, wie das Bauhaus 1919 völlig neue Wege ging, die bis heute unser Verständnis von moderner Architektur prägen, wollen wir heute im 21. Jahrhundert das Bauen neu denken“, sagte Jan Hassan, stellvertretender Vorsitzender des Landesbeirates. Seine Worte richtete er an Vertreter des Thüringer Landtages und der Landesregierung sowie vielen Architekten, Handwerkern, Studierenden und weiteren Gästen. “Weltweit sind fast die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen auf die Errichtung und den Betrieb von Gebäuden zurückzuführen. Es ist die besondere Verantwortung der heutigen Planer und Bauherren, die Bauaufgaben zu lösen, ohne den Planeten durch hohe CO2-Emission zu Grunde zu richten. Wir müssen die CO2-Emission im Bauwesen senken“, appellierte Jan Hassan, der selbst Absolvent der Bauhaus-Universität Weimar ist, an die Zuhörer.  „Der Holzbau spielt dabei eine wichtige Rolle.“

Prof. Erik Findeisen

Der Thüringer Staatssekretär für Infrastruktur und Landwirtschaft Dr. Klaus Sühl eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Prof. Erik Findeisen, Dekan der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst der Fachhochschule Erfurt, legte einführend die Bedeutung des Holzbaues für die Forst- und Holzwirtschaft in Thüringen und den ländlichen Raum dar. Die Waldfläche in Thüringen betrage 34 Prozent der Landesfläche und der jährliche Zuwachs an Holz übersteige deutlich die genutzten Holzmengen. In Thüringen produziert die Firma Pollmeier aus Creuzburg mit der BauBuche bereits einen neuen innovativen Hochleistungsbaustoff aus Buchenholz, sagte er. Um die Weichen für die Zukunft Thüringens jetzt zu stellen, hält Findeisen die Gründung eines Kompetenzzentrums für moderne Holzverwendung, eine Holzbauinitiative sowie die Einrichtung von Holzbaulehrstühlen an Thüringer Hochschulen für dringend erforderlich.

 

 

Dr. Erwin Thoma

Dr. Erwin Thoma überzeugte die Zuhörer in einem leidenschaftlichen Vortrag mit seiner Faszination für Bäume und Holz. Der Förster und Unternehmer der Thoma Holz GmbH aus Österreich baut Häuser, die zu 100 Prozent aus Holz bestehen, ohne komplizierte Haustechnik auskommen, keine Dämmung benötigen und energieautark sind. Wenn auch die Forst- und Holzwirtschaft in Thüringen heute bereits über 40.000 Arbeitsplätze bietet, sieht Dr. Thoma noch viel mehr Potential an dieser Stelle, wenn in die Weiterverarbeitung des Holzes zu innovativen Produkten umgesetzt werde.

Konrad Merz

Denn der Holzbau ist gefragt. Einige außergewöhnliche Beispiele für mehrgeschossigen, modularen und individuellen Holzbau brachte der Schweizer Bauingenieur Konrad Merz mit nach Weimar. „Low Tech – High Touch“, weniger Technik, aber dafür eine hohe persönliche Note, lautet seine Philosophie. In einem Gebäude aus 5.000 Kubikmetern Holz seien etwa 5.000 Tonnen CO2 gespeichert. Den Bauherren müsse klar gemacht werden, dass sie mit einem Holzbau einen CO2-Speicher bauen lassen und das Gebäude gratis dazu bekommen. Holzbau ganz neu gedacht.

Info: Im neuaufgestellten Landesbeirat Wald und Holz Thüringen e.V. vertritt das Thüringer Cluster Wald, Forst und Holz mit über 40.000 Beschäftigten, darunter Waldbesitzer, die Forstwirtschaft und die holzverarbeitenden Betriebe Thüringens sowie Bildungseinrichtungen, wie die Fachhochschule Erfurt.

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