Hessentagshaus im Wildgehege

Hessentagshaus im Wildgehege

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DSC_8585 (Kopie)Von Diana Wetzestein*10. Juli 2016_Herborn. Bürgermeister Hans Benner kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. Denn das Hessentags-Fachwerkhaus der Stadt hat jetzt seinen endgültigen Standort gefunden. Im Wildgehege wurde es aufgerichtet, nachdem es während des Hessentages einmal auf dem Marktplatz und zum Zweiten auf dem Hessentagsgelände stand. Altmeister Günter Russ sprach in seinem Richtspruch das großartige Fest, das Kaiserwetter und das Handwerk an. „Herborn ist die Fachwerkperle der Region, es pflegt sein Kulturgut mit Tradition“, sagte er in einer Strophe, der noch weitere folgten, in denen er ausdrückte, dass es eine beispielhafte Gemeinschaftsleistung war und jede Stunde in diesem Team ein Gewinn. Einen Kraftakt in drei Akten hätte er es auch nennen können, dafür hat Bürgermeister Benner lobende Worte gefunden und sich bei allen Teilnehmern herzlich bedankt.
„Sie alle haben mit großem Engagement an der Errichtung des Fachwerkhauses zum Hessentag in Herborn am 21. Mai 2016 mitgewirkt“, sagte auch Prof. Manfred Gerner zu den Menschen, die der Stadt, dem Fachwerk und dem Zimmerhandwerk einen guten Dienst erwiesen hatten. Dafür gab es für alle eine Urkunde, die vom Bürgermeister im Namen der Stadt und von Prof. Gerner im Namen der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e. V. unterzeichnet worden war.

DSC_8553 (Kopie)Das Projekt wurde gemeinsam mit der Zimmererinnung Lahn-Dill erfolgreich umgesetzt und zog weite Kreise. Zu Recht, denn nachdem alle Teilnehmer während des Hessentages nach zwölf Stunden Arbeit an einem Haus zeigten, wie Herborns Fachwerkhäuser gebaut wurden, wurde genau das in der Presse, den sozialen Netzwerken und den Fachpublikationen prominent dargestellt und hochgelobt. „Dieses Fachwerkhaus hat auch die Mitglieder der Zimmererinnung des Lahn-Dill-Kreises enorm zusammengeschweißt“, sagte Obermeister Christian Sturm, der bei diesem Bauvorhaben alle Fäden in der Hand und den Überblick behielt und einmal mehr zeigte, was einen guten Obermeister ausmacht. „Auf die Führung kommt es an, darum preise ich jetzt einen Mann. Es ist der beste Obermeister, Christian Sturm heißt er“, hieß es auch im Richtspruch von Meister Russ.0711
Alle Altmeister, Meister, Gesellen und Lehrlinge und sogar zwei Schüler sind am Tag des Aufrichtens bis an ihre Grenzen gegangen. Denn die Arbeit mit dem Beil, der Axt, der Bunt-, Schrot- oder Spannsäge oder das Stemmen der Zapfenlöcher mit Stemmeisen und Klöpfel erfordern heute wie damals viel Energie, Kraft und Ausdauer. Das technische und fachliche Verständnis darüber, wie die Schwellen, Ständer, Streben, Riegel und Sparren zusammengefügt und diese mit Holznägeln verbunden ein Fachwerkhaus ergeben, bildeten das Fundament diesen traditionellen Holzbau, der über Jahrtausende hinweg bereits Mensch und Tier ein schützendes Dach über dem Kopf bietet.
DSC_8533 (Kopie) „Die Planung lag in guter Hand, darum herzlichen Dank, dem Meister und seines Faches Kenner“, gemeint war Prof. Gerner, der die Konstruktion des Hauses, mit den Maßen 4 x 6 x 6 Metern, nach eigener Aussage jetzt als Vorlage für weitere Fachwerkhäuser in Nepal verwenden will, wo noch mehr als 600.000 Menschen nach einem verheerenden Erdbeben im letzten Jahr ohne schützende Dächer sind. „Der Monsunregen macht es den Menschen zusätzlich schwer, wir können uns nicht vorstellen, unter welchen Verhältnissen diese Erdbebenopfer heute noch leben. Prof. Gerner hat bei einem Besuch vor Ort in diesem Jahr den Weg für den Hausbau geebnet. Jetzt brauche es noch Spendengelder, um das Baumaterial für die Häuser, die Gerner mit unter 2.000 Euro pro Haus bezifferte, aufbringen zu können. Möge auch dieses humanitäre Vorhaben gelingen. Denn dann hat dieses Gerner-Projekt wieder einmal gezeigt, was „Fachwerk weltweit“ bedeutet.

  1. Bild: Altmeister Günter Russ hält den Richtspruch, während das Team der Zimmerinnung einen Moment inne hält.
  2. Bild: Prof. Gerner übergibt an den jüngsten Zimmer- und Dachdeckermeister Deutschlands, Nico Ritter, die Dankesurkunde.
  3. Bild: Der Zimmermannsklatsch durfte nicht fehlen: Nico Ritter an der Teufelsgeige.
  4. Bild: Zimmermeister Christian Sturm bei Richten des Fachwerkhauses am Hessentag
  5. Bild: Prof. Gerner hat das Projekt gut abgeschlossen und die Konstruktion sinnvoll weiterverwendet

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