Gute Noten für Mittelhessen

Gute Noten für Mittelhessen

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23. August 2013_Limburg. In den Fachwerkstädten Mittelhessens stehen herausragende Kulturgüter. Jahrzehntelanger Denkmalschutz zahlt sich dort heute aus, die Fachwerkstädte vermarkten die Besonderheiten ihrer Baukultur. Wirtschaftlich und touristisch gut aufgestellt, entwickeln sie sich stetig weiter.
Zu diesem Ergebnis kamen die Exkursionsteilnehmer der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte und Fachwerkstraße (ADF), die mit Fachleuten aus dem gesamten Bundesgebiet die Fachwerkstädte Limburg, Hadamar, Herborn, Dillenburg, Wetzlar und Braunfels besuchten. Vorstandsvorsitzender der ADF, Dr. Martin Biermann, Geschäftsführer Prof. Gerner und dessen Nachfolgerin Diana Joneitis wurden von den Bürgermeistern willkommen geheißen, während der Stadtführungen konnte sich die Gruppe ein Bild von der städtebaulichen und touristischen Situation an Lahn und Dill machen, wo mitteldeutsches Fachwerk zuhause ist.
Limburgs Bürgermeister Martin Richard berichtete von einer Million Tagestouristen im Jahr und 160.000 Übernachtungen, die Zahlen hätten gegenüber dem Vorjahr enorm zugenommen. Die Fußgängerzone wird derzeit erneuert, „für den Durchgangsverkehr wird es neue Routen geben“, so der Bürgermeister, der in seiner Stadt die Früchte aus 40 Jahren kontinuierlicher Denkmal-Sanierung erntet, sich aber nicht darauf ausruht.
Auch in Herborn sind, neben kulturhistorisch beachtlichen Fachwerkbauten, die positiven Auswirkungen von Stadtplanung und Denkmalschutz sichtbar. Der Platz vor dem Rathaus ist wieder Mittelpunkt geworden, Einwohner und Gäste treffen sich an Markttagen, sitzen in den Cafés und Restaurants, der Einzelhandel blüht. Die 1000-jährige Stadt konnte ebenfalls ein Plus bei den Übernachtungs- und Tagestouristen verzeichnen, erklärte Bürgermeister Hans Benner. Herborn sei, wie die gesamte Region, wirtschaftlich gut aufgestellt, so Benner.
„Die gesamte mittelhessische Region ist kulturhistorisch mit wertvollem Fachwerk dicht bebaut“, sagte Prof. Gerner. Überall ist der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden, so kann Hadamar, mit feinster dreidimensionaler Schnitzkunst der Renaissance aufwarten. Ein Alleinstellungsmerkmal, geschaffen von Schnitzern, die für reiche Bauherren wahre Kunstwerke schufen. Bürgermeister Michael Ruoff zeigte stolz die hölzernen Hermenpilaster, Neidköpfe und Obstgirlanden am Eingang des 1639 erbauten Rathauses. Ein Blickfang nicht nur für Gäste, sondern auch für das Fernsehteam von HR3, das die Exkursion für den Bilderbogen-Beitrag „Fachwerk im westlichen Hessen“ begleitete.
Seit 1982 gibt es die Fachwerkexkursionen der ADF. Damals wurde Quedlinburg bereist, 30 Exkursionen wurden seit dem unternommen. Die Teilnehmer kommen aus den Bereichen Denkmalschutz, Stadt- und Bauverwaltung und Tourismus, aus deren Bestandsaufnahmen wurden Konzepte für Fördermaßnahmen im Denkmalbereich. Brandschutz, Schäden durch falsche Baustoffe und Energiefragen beschäftigen die Ehrenamtlichen heute. Dem Fachwerk in ganz Deutschland sagen sie eine gute Zukunft voraus, solange dieses Kulturgut die nötige Aufmerksamkeit bekommt.

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