Fachwerk in Herleshausen

Fachwerk in Herleshausen

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Bahnhofstraße 4

Geschichte
An den Friseursalon können sich die heutigen Besitzer, Astrid und Michael Ruch, noch gut erinnern. „Miechen“, wie die Friseurin Maria Dückert genannt wurde, betrieb ihn im Nebengebäude und wohnte mit ihren Kindern in diesem Haus. Der Friseursalon wurde abgerissen, als das Wohnhaus in den 1980er Jahren zur Unterkunft für Geflüchtete aus Afghanistan wurde, 1986 wurde es von neuen Besitzern saniert.
Als Familie Ruch das historische Haus 2004 gekauft hatten, bauten sie es zu einem modernen Zuhause mit historischen Akzenten aus. Wände verschwanden, aus vielen kleinen Räumen wurden wenige große. Sie schufen Lichtachsen und setzten ein großzügiges Wohnkonzept um.
Das Leben in diesem Haus genießen sie. Dass es an einer viel befahrenen Straße und Engstelle in der Ortsmitte liegt, macht ihnen nichts aus. Den rückwärtig gelegenen sonnigen Garten, der den Blick in die Hintergasse und auf ihr besonders Fachwerkhaus ermöglicht, ist es allemal wert.

Fachwerk
Dieses zweistöckige Fachwerkhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Unterbau hat ein Fachwerkgefüge aus relativ kräftigen Hölzern mit einfachen, geraden Fußstreben, die Stockwerkvorkragung ist profiliert. Um 1900 erhielt das Haus ein neues Dach mit Kniestock und Zwerchgiebeln. Das nachträglich aufgesetzte Dachgeschoss zeigt eine reichere Gestaltung mit vielfältigen Streben, die in den Giebeln das osthessische „Tannenbaum-Motive“ bilden. Es ist einzigartig in Herleshausen. Die weiten Dachüberstände mit Pfettenköpfen und die relativ dünnen, auf der Gattersäge geschnittenen Hölzer sprechen dafür, dass diese Aufstockung um 1890 bis 1900 entstand. 

Thema: Die Walz
„Charlottenburger“ und der „Stenz“ gehören zum Wandergesellen. Und seine Kluft. Lange bevor es diese Zunftkleidung gab – bereits im 13. Jahrhundert – entwickelten sich Handwerkerzünfte in den mittelalterlichen Städten. Sie schickten ihre Gesellen auf Wanderschaft, bevor sie Meister werden konnten. Nach der Abschaffung der Zünfte im 19. Jahrhundert schlossen sich auch die Zimmerer zu „Schächten“ und Innungen als neuen Gesellen- und Berufsvereinigungen zusammen.

Heute kann der Zimmerergeselle zwei oder drei Jahre und einen Tag „auf die Walz“ gehen. Als “fremdgeschriebener“ Geselle, muss er unverheiratet und schuldenfrei sein und während der „Walz“ einen Abstand von mindestens 50 Kilometern zu seinem Wohnort einhalten. Ein goldener Ohrring ist das einzige „Vermögen“, das er bei sich trägt. Verstößt er gegen die Regeln seiner Zunft, wird ihm der Ohrring ausgerissen und er wird zum „Schlitzohr“.

In seinem Wanderbuch lässt er sich Arbeitsnachweise von Meistern eintragen, damit er später zur Meisterprüfung zugelassen werden kann. Unterwegs sind: „Rechtschaffende Fremde“, „Rolandsbrüder“, „Fremder Freiheitsschacht“, „Freie Vogtländer Deutschlands“ und „Freier Begegnungsschacht“, der auch Frauen erlaubt, auf Wanderschaft zu gehen.

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