Endspurt in der Speckstraße

Endspurt in der Speckstraße

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14. März 2014_Hann. Münden. Im Mai ist die Eröffnung. Und das nach nicht einmal acht Monaten Sanierungszeit im Herbst und Winter. Die Mietverträge für die Wohnungen und die Künstlerherberge sind unterzeichnet, das Projekt Speckstraße 7 ist ein großer Erfolg.
Dass die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt i. G. ihr Ziel erreichen würde, war für den Ideengeber und Denkmalaktivisten Bernd Demandt klar. „Seit dem Startschuss während des Denkmal-Kunstfestivals im September arbeiten wir beinahe täglich am Haus“, berichtet der Vorsitzende der Genossenschaft. Und obwohl es nicht gelungen ist, an neun Tagen innerhalb der Fachwerkperformance „9mal24“ das gesamte Haus zu sanieren, kommen die freiwilligen Helfer der Fertigstellung historischen Gebäudes in großen Schritten näher. „Wir arbeiten uns vom Obergeschoß nach unten vor“, erzählt Demandt, der die Bauarbeiten im Haus koordiniert und immer kräftig mit anpackt. Zurzeit wird das Bad gefliest, der Heizungsbauer verlegt Wasserleitung in einer der Wohnungen. Im Vorder- und Hinterhaus werden die Restarbeiten im Ober- und Dachgeschoss ausgeführt. Alles soll in drei Wochen fertig sein. Die Wände sind verkleidet, die Decken geschlossen. Alle Bäder wurden installiert. Im Erdgeschoß sind die Treppenhauswände und Podeste fertig, dort geht es jetzt ans Verkleiden der Wände. Die Dacheindeckung ist vollständig und der Ziegelbehang der Giebelwände bald fertig.
Acht bis zehn ehrenamtliche Helfer arbeiten zurzeit sechs Tage die Woche auf der Baustelle. Am 24. Mai ist gibt es einen letzten Tag der offenen Tür mit Speckstraßenfeier. „Selbst wenn wir nicht komplett fertig werden, wird das unser offizieller Abschluss sein“, sagt Demandt.
Die Genossenschaft hat zurzeit etwa 230 Mitglieder, die für 50.000 Euro Anteile erworben haben. Für die Sanierung werden jetzt noch etwa 200.000 Euro benötigt. Die Wohnungen sind alle vermietet, der Hauptmieter, das Mündener Kunstnetz, steht in den Startlöchern, um das Künstlerhaus zu beziehen. Ab Ende Mai soll es bezugsfertig sein, dann werden Einnahmen generiert. „Es ist jetzt schick, in diesem Gebäude zu wohnen und zu arbeiten“, sagt Demandt, den das Interesse am Haus freuen mag, schließlich geht damit seine Vorhersage auf, dass Aufmerksamkeit für ein historisches Gebäude den Menschen Lust macht, darin zu leben. „Wir konnten das Gebäude retten, die Genossenschaft wird Einnahmen daraus erzielen können, sobald das Haus frei von Krediten ist“, so Demandt. Je mehr Genossenschaftsanteile gekauft werden, desto schneller können die Einnahmen durch die Mieten der Genossenschaft Gewinne erwirtschaften. „Das soll zwar nicht das Hauptaugenmerk sein, aber wenn viele ein paar Anteile kaufen, dann sind wir auch finanziell schnell auf der sicheren Seite“, so Demandt.
Die vielen freiwilligen Helfer, viele von ihnen Genossenschaftsmitglieder, haben jeder Hunderte Stunden ohne Entlohnung am Genossenschaftseigentum gearbeitet. Wer glaubt, dass sie müde wurden und jetzt nur auf das Ziel hin fiebern, der täuscht sich. „Hier wird offen über ein Folgeprojekt diskutiert“, berichtet Bernd Demandt, der in Hann. Münden „eine positive Stimmung für die denkmalgeschützten Häuser“ feststellen konnte. Immer mehr Häuser, die einst leer standen und über das Denkmal-Kunstfestival den Menschen schmackhaft gemacht wurden, konnten verkauft werden oder stehen kurz vor einem Verkauf. Das Festival hat sein Ziel also ebenfalls erreicht. Jetzt gehen der Denkmalkunst die Objekte aus, die nötig sind, um die Kunst im Denkmal zu präsentieren. Das KunstNetz und der Förderverein Mündener Altstadt e. V. haben bereits Ideen für die zukünftige kunstvolle Belebung der Stadt entwickelt.
Und wenn die Bürgergenossenschaft es schaffte, weitere Mitglieder zu gewinnen, steht dem nächsten Gemeinschaftsprojekt wohl nichts mehr im Weg. Dass sich Bernd Demandt dann wieder mit einbringen wird, steht außer Frage, dennoch ist ihm klar, dass so viel Manpower wohl kaum noch zu leisten wäre und die finanzielle Ausstattung der Genossenschaft steigen muss. Das geht nur über den Verkauf von Genossenschaftsanteilen, die für 100 Euro bereits zu haben sind. Auf jeden Fall ist schon jetzt auch von außen sichtbar, was sich im Innern abspielt: es ist Endspurt (dw).

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