4. BürgerWerk Tagung in Celle

4. BürgerWerk Tagung in Celle

Gäste aus Hessen und Thüringen geben Celle gute Noten (Diana Wetzestein)
15. Oktober 2016_Celle. Beim vierten BürgerWerk-Treffen seit Gründung des deutschlandweiten Netzwerkes, stand die Arbeit des Niedersächsischen Vereins im Focus. Die Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser und der Bürgerverein Bau- und Wohnkultur Witzenhausen e. V. waren als Gründungsvereine natürlich mit dabei und stellten den Mitstreitern aus Niedersachsen und Thüringen ihre neuesten Flyer über die Fachwerksanierung vor, den sie mit der VR-Bank Werra-Meißner gestaltet und von der Genossenschaftsbank finanziert bekamen. Das ist nur ein Beispiel, das sich die anderen BürgerWerker gern abgucken dürfen, denn das Ziel des BürgerWerks ist der direkte Austausch guter Ideen und die Diskussion über Herausforderungen, die dann als mögliche Lösungsansätze in die eigenen Orte und Vereine mitgenommen werden.
Der Vereinsvorsitzender es Kulturkreises Fachwerk im Celler Land e. V., Andreas Brüggemann, begrüßte vierzehn BürgerWerker Mitte Oktober im Gemeindehaus der Stadtkirche St. Marien. Sie alle gehören Initiativen und Vereinen an, die innerhalb ihrer Städte oder Dörfer bewusst oder unbewusst Innenentwicklung betreiben und damit auch zur Erhaltung der Baukultur beitragen. Dass es in der Stadt an der Aller nicht nur einen enormen Fachwerkbestand gibt, sondern auch aktive Bürger, die gute Ideen umsetzen und Protest gegen weniger gute Ideen sichtbar machen, davon konnten die Celler die Gäste überzeugen. Gemeinsam konnte der Bau eines Einkaufszentrums in der Altstadt verhindert werden, besondere Kunst in die Schaufenster der Einzelhändler einziehen oder Kunst und Kulinarisches für kurze Zeit in leerstehenden Gebäuden angeboten werden. So überzeugten sie Politik und Bürgerschaft davon, dass diese Stadt genügend Potential im Bestand hat und keinen Neubau braucht. Auch die Mitglieder vom Kulturkreis Fachwerk haben sich dafür interessiert und daran beteiligt. „Wir wollen hier und innerhalb des Bürgerwerks unsere Ressourcen noch besser nutzen und vernetzen“, sagte Jörg Giere vom Kulturkreis Fachwerk.
Es gibt aber auch traurige Beispiele. Fachwerkhäuser, die sich verfallen und verlassen in der schönen Altstadt zeigen. „Die Verwaltung ist entweder viel zu langsam oder ihr sind schlichtweg die Hände gebunden“, wurde innerhalb der Gruppe vermutet. Befürchtet wurde aber auch, dass derlei Verfall vielleicht auch geduldet werde. Irgendwann müsse abgerissen werden. Grund und Boden innerhalb der Altstadt sind den Investoren möglicherweise mehr wert, als ein denkmalgeschütztes Gebäude. Damit werden viele BürgerWerker in ihren eigenen Orten konfrontiert. Doch einige Gruppen konnten schon erfolgreich dagegen vorgehen und können den anderen erzählen, wie sie das geschafft haben.
Mit dieser Idee und der Erkenntnis, dass es im BürgerWerk einen wertvollen Dialog gibt und viele Ideen im direkten Gespräch weiterentwickelt werden konnten, ging das 4. BürgerWerk mit der Übergabe des Holznagels als Staffelholz an Inge Schneider-Scholz aus Treysa im Schwalm-Eder-Kreis zu Ende. Dort soll im Frühjahr 2017 unter anderem auch ein Weg zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Stadtverwaltung erarbeitet werden. Das Ergebnis wird innerhalb des BürgerWerks kommuniziert und kommt allen zugute, die Bürgerengagement und Innenentwicklung optimieren wollen.

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