Holzbau Cluster Hessen am Start

Holzbau Cluster Hessen am Start

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Holz kann überall verwendet werden (Diana Wetzestein)

Oktober 2016_Kassel. Holz ist eine Pflanze. Bis aus ihr der Baustoff wurde, der allen Ansprüchen gerecht wird, hat es Jahrtausende gebraucht. Diese Langzeitstudie mit positivem Ergebnis hat auch die Mitglieder des Holzbau Cluster Hessen (HCH) überzeugt. Sie wollen Holz als Baustoff jetzt wieder mehr in den Vordergrund und ins Bewusstsein der Bauherren, Architekten und Planer rücken. Das HCH hat seinen Geschäftssitz in Kassel, im deutschlandweit bekannten Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes. Denn dort, wo tausende Holzhandwerker aus- und weitergebildet wurden, ist das Wissen um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Baumaterials groß.

Heinz Moering ist der Projektkoordinator des Clusters.

„Hessen ist das waldreichste Bundesland. Wir gehen immer schon nachhaltig mit Wald, Forst und Holz um“, sagt Heinz Moering, Projektkoordinator des HCH Mitte Oktober, während einer Reise durch zwei hessische Landkreise, die sich dem HCH angeschlossen haben. Moering will im persönlichen Gespräch die Menschen aus Forstwirtschaft, Sägeindustrie, Wissenschaft, Politik und Handwerk kennenlernen und deren Ideen und Know-how besser vernetzen. „Wenn alle mitgehen, können wir die Holzbauquote von derzeit 20 auf über 30 Prozent in Hessen steigern und dabei aktiven Klimaschutz betreiben“, so Moering.
Zimmermeister Hartmut Pfeiffer aus Kirchhain-Emsdorf im Kreis Marburg-Biedenkopf trat dem Cluster Ende 2015 zur Gründungsveranstaltung bei und konnte Moering bereits eine konkrete Idee mitgeben. Der Obermeister der Innung Marburg und stellvertretende Kreishandwerksmeister stellte den politischen Gremien seiner Stadt die Idee einer Holzbrückenkonstruktion mit hölzernem Fahrstuhlschacht vor. „Die Bahn will unseren Bahnhof und hier die Bahngleise für 8,5 Millionen Euro sanieren und barrierefrei machen“, erzählte Pfeiffer. Dabei sei kompliziert und teuer geplant worden, weil über Holzbau nicht Planungsauftrag war. „Mit einer überdachten Holzkonstruktion kann man dort relativ schnell den Bahnsteig erschließen, da sollte unbedingt noch mal nachgeplant werden“, dachte Pfeiffer und bat den Hessischen Finanzminister Schäfer, das noch einmal zu überprüfen. Denn Pfeiffers Vorschlag würde lediglich 1,5 Millionen Euro kosten, wäre individuell, einfacher und aus hessischem Holz.
„In zwei bis drei Jahren werden wir mehr Holz in und an öffentlichen Gebäuden haben, ohne diese damit überfrachten zu wollen“, kündigte auch der Erste Kreisbeigeordnete des Lahn-Dill-Kreises, Heinz Schreiber (B‘90/GRÜNE), aus Wetzlar an. Für das Vorstandsmitglied des HCH war es „eine richtig gute Idee, dieses Cluster zu gründen und Lobbyarbeit für das Holz zu betreiben.“ Als Schuldezernent hat Schreiber aktuell ein Bauvorhaben auf dem Tisch, dass als Holzbau ausgeschrieben wurde. „Wir werden im Johanneum-Gymnasium in Herborn den neuen Kunst-Trakt im Holzrahmenbau bauen lassen“, sagte er. Auch hochkompetente hessische Firmen hätten gute Entwürfe für das Projekt eingereicht und seien ganz vorn mit dabei. Das Lernverhalten von Kindern werde positiv vom Baustoff Holz beeinflusst, Brandschutzbestimmungen könnten eingehalten werden, bei der Ökoeffektivität sei Holz ebenfalls ganz vorn mit dabei. „Wir sollten alle immer den Gedanken mitnehmen, was wir aus Holz machen können“, sagte Schreiber.
Ob Schule, Parkhaus, Brücke, Bibliothek oder jeder andere öffentliche Bau, alles geht auch mit Holz. Das Wissen um dessen Mehrwert ist in den Bauausschüssen noch nicht angekommen. Und genau hier setzt die Arbeit des HCH an, indem derlei Diskussionen an die Stellen herangetragen werden, die ein Umdenken vorantreiben können.

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