HCH – Holz an öffentlichen Bauten

HCH – Holz an öffentlichen Bauten

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Heinz Schreiber, Erster Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises, spricht sich für Cluster aus (Diana Wetzestein)
15. Oktober 2016_Wetzlar. „… so vielseitig wie Sie!“, heißt es im Slogan des Lahn-Dill-Kreises und der passt genau zum Thema Holz und Holzbau. Im Gespräch mit Heinz Schreiber, Erster Kreisbeigeordneter und Vorstandsmitglied im Holzbau Cluster Hessen (HCH), konnte sich Heinz Moering, Projektkoordinator des HCH, davon überzeugen, dass dieser Kommunalpolitiker den Baustoff Holz in Zukunft an vielen öffentlichen Bauvorhaben in den Vordergrund rücken wird.
Schreiber ist zuständig für die Regionalplanung, Brand- und Katastrophenschutz, für Bauen und Wohnen, Umwelt, Natur und Wasser, Schulen und vieles mehr. Wofür das Mitglied des HCH steht, welche Wünsche er für die Zukunft hat, erzählte er in einem Gespräch im Kreishaus in Wetzlar.

Wenn der Schuldezernent Schreiber in die nahe Zukunft blickt, sieht er ein Bauvorhaben umgesetzt, dass als Holzbau bereits geplant und ausgeschrieben wurde. „Bei einem anderen, größeren Schulzentrum, das zurzeit geplant wird, können wir leider nicht mehr Holzelemente in die Ausschreibung einfügen. Das 80 Millionen teure Vorhaben ist zu komplex, jetzt noch Planungsänderungen nachzulegen, ist ausgeschlossen“, so Schreiber. Dabei habe man im Kreis an der einen oder anderen Stelle den Holzbau bereits in die Schulen gebracht, dies sei aber nicht vorrangig gewesen. Holz sei zudem oftmals umstritten, weil die Pflege als schwierig gelte. Mit umsetzbaren Praxishinweisen hingegen, könne zum Beispiel das Holzfenster oder das Holz-Alu-Fenster in öffentlichen Bauvorhaben vorrangig berücksichtigt werden. „Ich halte es für machbar, die Politik davon zu überzeugen, dass unsere Holzbauquote erhöht wird“, so Schreiber, dann müsse sich das aber auf die Lebensdauer des Produktes auswirken.

Das Thema Holzbau ist politisch gewollt. Das wird auch durch die Vereinbarung im hessischen Koalitionsvertrag von CDU und B‘90/GRÜNE deutlich, die sagt, dass der Holzbau gestützt werden soll. Das HCH könnte hier mit einer Fachberatungsstelle für Holzbau, die zum Beispiel an der Hochschule in Gießen angesiedelt werden könnte, weiterhelfen, schlug Heinz Moering dem Kreisbeigeordneten vor. Ein Gespräch mit der hessischen Umweltministerin Prisca Hinz über diese Vereinbarung und wie das umgesetzt werden könnte, würde weitere Synergien hervorbringen.

Der Lahn-Dill-Kreis kann hier als Vorbild dienen, wenn es um Holzbau geht. „Wir werden jetzt im Johanneum-Gymnasium in Herborn den neuen Kunst-Trakt im Holzrahmenbau bauen lassen“, sagte Schreiber. Ein kompletter Holzbau, einstöckig mit verschiedenen Unterrichts- und Fachräumen wird für zwei Millionen Euro entstehen. Auch hochkompetente Firmen aus Hessen hätten gute Entwürfe abgegeben und dabei einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Die Entwürfe sollen auch mit dem HCH-Vorstandsmitglied Prof. Achim Vogelsberg noch besprochen werden“, so Schreiber.

Über die positiven Auswirkungen des Baustoffes auf das Lernverhalten der Kinder an Schulen es eine interessante Schweizer-Studie, die im Holzzentralblatt (Nr. 23 aus 2011) veröffentlicht wurde. Kritiker, die den Brandschutz als Gegenargument anbringen, kann gesagt werden, dass bei richtiger Dimensionierung der Querschnitte, unter Berücksichtigung der Abbrandrate und der baulich erforderlichen Feuerwiderstandsdauer, die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden.

Dennoch könnten Veranstaltungen und Veröffentlichungen zum Thema Holzbau in Schulen, „Cradle to Cradle“ oder Brandschutz, die Akzeptanz des Baustoffes noch erhöhen, so Schreiber. Vom HCH angebotene Seminare, die ab Februar beim Lahn-Dill-Kreis in Wetzlar beginnend in ganz Hessen stattfinden sollen, seien zudem wichtig, um das Thema Holzbau permanent ins Bewusstsein zu rücken und wichtige Informationen breit zu streuen. Neben Angestellten der Bauämter sollten dazu auch Architekten und Planer eingeladen werden, damit sich das für den Schulbau langfristig auswirke, so Schreiber.

Es gibt noch viel zu tun in Sachen Holzbau-Netzwerke. Dazu braucht es Zeit, Willen und Energie. „In zwei bis drei Jahren werden wir mehr Holz in und an öffentlichen Gebäuden haben, ohne diese damit überfrachten zu wollen“, kündigte Schreiber an. Einen großen Vorteil von Holz am Bau erkennt er in der Ökoeffektivität. Nach dem Cradle to Cradle-Prinzip (C2C) kann damit Zukunft mehr Müll verhindert und nachhaltiger gebaut werden. C2C beschreibt die Trennbarkeit der verschiedenen Materialien, die dadurch praktisch „von der Wiege bis zur Wiege“ verwendet werden können. „Beim Abriss eines alten Gewerbegebäudekomplexes mussten unlängst fast 130.000 Tonnen Material auf die Kreisdeponie nach Bechlingen verbracht werden, hätte man diesen Komplex schon nach dem C2C-Prinzip geplant, wären diese Mengen nicht anfallen“, so Schreiber, der sagte, dass man da in Zukunft wirklich hinschauen müsse, um die Ressourcen zu schonen.

Das HCH und Heinz Schreiber sind auf einem guten Weg. „Obwohl es so viele Organisationen gibt, wird nicht ausreichend branchenübergreifend gearbeitet. Wir wollen das ändern und dafür sorgen, dass die Betriebe im Landkreis weiterexistieren und die Wertschöpfung in Hessen erhalten bleibt“, sagte Moering. Dass es gelingt, die Holzbauquote in Hessen von derzeit 20 Prozent auf bis zu 35 Prozent zu steigern, steht für Moering und Schreiber außer Frage. Lediglich der Zeitrahmen, in dem es gelingt die Akteure sinnvoll zu vernetzen und die Dinge in Gang zu setzen, ist noch unklar.

Ob Schule, Brücke, Parkhaus, eine Bibliothek oder jeder andere öffentliche Bau, alles geht auch mit Holz. Heinz Schreiber denkt über die Verwendung in vielen Bauvorhaben nach. „Wir sollten alle immer den Gedanken mitnehmen, was wir aus Holz machen können“, sagte er, der Kreisbeigeordnete, der so vielseitig ist, genauso wie sein Landkreis und unser hessisches Holz.

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