HCH – Chance im Holz erkennen

HCH – Chance im Holz erkennen

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Obermeister Christian Sturm setzt auf Netzwerkarbeit (Diana Wetzestein)

093226. Oktober 2016_Dillenburg. Ein Lied, der Zimmermannsklatsch und Zimmerer in der traditionellen schwarz-weißen Kluft. Diese Szenen sind bei Bauherren und Gästen eines Richtfestes immer gern gesehen. Es ist der romantische Teil eines Handwerkberufes, der auch beim Hessentag in Herborn großes Aufsehen erregte, als Meister, Gesellen und Lehrlinge aus 18 Betrieben der Zimmerer-Innung Lahn-Dill unter der Regie von Obermeister Christan Sturm ein Fachwerkhaus aufrichteten. Von morgens um sechs bis abends um 18 Uhr zeigten sie, was viele gute Handwerker gemeinsam schaffen können, machten auf Tradition und den Baustoff Holz aufmerksam. Der Hessentag wurde zur Werbeplattform, es gab positive Rückmeldung aus den sozialen Netzwerken, in Tageszeitungen und Fernsehsendungen.

Derlei Erfahrungen nimmt das 2015 gegründete Holzbau Cluster Hessen (HCH) in seine Netzwerkarbeit auf. Dem gemeinsamen Ziel, die Holzbauquote in Hessen von derzeit 20 Prozent auf 35 zu erhöhen, kommen auch die zugute. Die Verantwortlichen aus Kassel bringen Hessenforst, Sägeindustrie, Forschung, Wissenschaft, Kommunal- und Landespolitik sowie weiterverarbeitenden Betriebe und das Handwerk an einen Tisch. Dort soll der Wissenstransfer optimiert werden.
Obermeister Christian Sturm trat mit seiner Innung im Oktober 2015 dem Cluster bei. Der Betriebsinhaber der AX-Holzbau GmbH hat sieben Angestellte und nimmt sich dennoch Zeit dafür, will für die Kollegen eine gute Basis für die Zukunft schaffen. „Leider stelle ich immer mehr fest, dass die Wertschätzung für Holz abgenommen hat“, sagte er. Das liege zum einen am geringen Holzpreis, zum anderen aber auch an Planern und Architekten, die zu oft nur in Stahl und Beton bauten und schlüsselfertig ausschrieben. „Da können die kleinen Betriebe kein Angebot abgeben“, so Sturm. Vorschriften und Auflagen, gerade den Brandschutz betreffend, müssten zudem überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Heinz Schreiber, Erster Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises und dort auch für den Brandschutz zuständig, weiß, dass bei richtiger Dimensionierung der Querschnitte, unter Berücksichtigung der Abbrandrate und der baulich erforderlichen Feuerwiderstandsdauer, die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden können.
Die Willensbekundung, gemeinsam im HCH diese Themen zu besprechen und den nachwachsenden CO2-Speicher als ökologischen Baustoff Nummer eins zu erkennen, halte er für äußerst wichtig. Im Februar 2017 startet darum mit dem Seminar „Holzbau vor Ort“ in Wetzlar der versprochene Wissenstransfer. Brandschutzdiensten, Gebäudemanagern, Architekten, Planern und Handwerkern werden dann die neuesten Erkenntnisse dargestellt und diskutiert. „Es wird komprimierte Informationen für alle geben, die sofort in der Praxis Anwendung finden können“, sagt Heinz Moering, Projektkoordinator des HCH.

0842Denn trotz aller Handwerkerromantik beim Richtfest, ist es allein der Arbeit und guten Ausbildung der Holzhandwerker geschuldet, das aus dem nachhaltigen Ökoprodukt „Holz“ das Dach über dem Kopf, ein ganzes Haus, Möbel oder Freizeitgeräte werden. Obermeister Sturm und viele seiner Innungskollegen stellen das weiterhin sicher, solange die Nachfrage da ist und sie die Rahmenbedingungen erfüllen können.

 

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